Faustballer beraten über Aufstieg in 2. Liga
Juni 28, 2022

Hofmann erfüllt sich den Gold-Traum

Es war auf jeden Fall eine neue Erfahrung, die Woche durchgängig den Fokus nur auf Faustball, die Mannschaft und den Sport generell zu haben Philip Hofmann fand das Erlebnis „World Games“ in den USA einfach nur „überwältigend“

Der Voerder Faustballer jubelt mit der deutschen Nationalmannschaft bei den World Games in Alabama

Gemeinsamer Jubel mit den deutschen Damen, die ebenfalls Gold holten.                                               <b>Moritz Kaufmann</b>                                              IFA

Gemeinsamer Jubel mit den deutschen Damen, die ebenfalls Gold holten. Moritz Kaufmann IFA

Philipp Stroetmann Timo Kiwitz

Voerde Wegen eines Unwetters über dem Austragungsort im Süden der USA musste der Beginn des Finales immer wieder verschoben werden. Dass die Partie schließlich erst um 23 Uhr deutscher Zeit beginnen konnte, störte die hartgesottenen Fans am Niederrhein nicht. Sie drückten trotz der späten Stunde vor den Bildschirmen die Daumen, schließlich kämpfte da in Birmingham, Alabama, auch einer der ihren um Gold bei den World Games. Der 4:1-Erfolg der deutschen Faustball-Herren im Endspiel gegen die Schweiz ließ eine ganze Abteilung beim TV Voerde jubeln. Philip Hofmann läuft zwar seit dem Voerder Rückzug aus dem Oberhaus 2018 in der Bundesliga für den TSV Hagen 1860 auf, die enge Beziehung zum Heimatverein hat darunter aber nie gelitten. „Stolzer kann eine Faustballfamilie wie der TV Voerde nicht sein auf ihren Schützling“, jubelte auch TVV-Abteilungsleiter Stefan Wendtlandt.

Philip Hofmann selbst gönnte sich mit der Freundin erst einmal einen Urlaub an der Westküste. Auch mit ein bisschen Abstand schwärmt der 27-Jährige immer noch von dem Event und seinem ersten Titel mit der deutschen Auswahl: „Es war auf jeden Fall eine neue Erfahrung, die Woche durchgängig den Fokus nur auf Faustball, die Mannschaft und den Sport generell zu haben. Das hatte ich so noch nie. Es war überwältigend.“

An den ersten Tagen hätte die Mannschaft zunächst nur die Aufgabe gehabt, sich bei ein, zwei lockeren Trainingseinheiten an das Klima (knapp 40 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit) zu gewöhnen und so auch Zeit gehabt, sich andere Sportarten anzusehen. Beeindruckend fand Hofmann dabei Korfball, auch ohne deutsche Beteiligung. „Das war schön anzusehen und auch krass, wie die Athleten sich da bewegen müssen.“

Die Faustballfelder auf der Anlage seien schwierig zu bespielen gewesen, aber „ich glaube, die haben alles versucht, um da ein super Feld hinzuzaubern und im Endeffekt muss jede Mannschaft mit den Gegebenheiten klarkommen.“

Er habe selber nicht so viel gespielt, aber man ordne sich dem Team unter. „Am besten hat mir das Finale gefallen, besonders die Sätze, die wir dominiert haben. Es ist krass zu sehen, die Bälle so hochzulegen, dass man dem Gegner keine Chance lässt“, meinte der Angreifer.

Die Stimmung im Team sei locker gewesen. „Es gab keine Reibereien. Wenn es dann ans Aufwärmen ging, hat man auch direkt gemerkt, dass der Fokus auf das Spiel geht.“ Fünf Spieler, die schon einmal ein großes Turnier gespielt haben, hätten für die Kollegen als Vorbild gedient.

In der Bundesliga lief es für Hofmann auch gut. Seine Hagener stehen im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft, auch wenn die Saison holprig begonnen habe. Das entscheidende Spiel um die Nord-Meisterschaft gegen Brettorf habe er aufgrund der World Games verpasst, „aber das haben die Jungs geil gemacht“.

In Hagen sei er sehr zufrieden, die Stimmung in der Mannschaft sei top und die Fans hätten ihn auch von Anfang an gut aufgenommen. „Mit den Erfolgen wächst man noch weiter zusammen, aber es steht immer noch der Spaß im Vordergrund. Man kriegt immer noch kein Geld dafür, macht es des Spaßes willen, aber mit den Erfolgen ist es natürlich noch besser, sagt der Anwendungsentwickler, der von seiner Arbeitsstätte aus Krefeld oder seinem Wohnort in Ratingen relativ weite Wege für den TSV zurücklegt.

Mit Kevin Schmalbach spielt noch ein weiterer ehemaliger Voerder in Hagen. Der Mittelmann gehörte zum Kader der Mannschaft, die vor einigen Wochen die Europameisterschaft gewonnen hat. So dürften bei der ersten gemeinsamen Trainingseinheit am gestrigen Abend die gegenseitigen Glückwünsche groß gewesen sein.